Mobbing – Was kränkt macht krank!

Die Mobbing Beratung München wurde im Herbst 1993 auf Initiative von Otto Berg, Ludwig Gunkel und Margarete Szpilok gegründet. Alle drei engagieren sich bis heute für eine faire Zusammenarbeit am Arbeitsplatz. Bisher wurden jährlich ca. 1.200 Menschen beraten - und dies fast gänzlich ohne öffentliche Zuschüsse! Die Mobbing Beratung München ist eine der ältesten Mobbing-Initiativen in Deutschland und verfügt über ein sehr breites Angebot für Betroffene und Betriebe.

Besonderes Kennzeichen der Mobbing Beratung München ist, dass sowohl Betroffene beraten, als auch Betriebe qualifiziert und unterstützt werden. Von Anfang an war es uns wichtig auch die Betriebe zu unterstützen, um Mobbing vorzubeugen und eskalierte Konflikte zu lösen. Wirklich erfolgreich gelingt dies nur im Konsens von Leitung, Führungskräften, Beschäftigten und den Arbeitnehmervertretungen. Konsequenterweise heißt der gemeinnützige Trägerverein auch „Konsens – Gesellschaft zur Gestaltung fairer und humaner Arbeitsbeziehungen e.V.“

Mobbing am Arbeitsplatz zu erkennen und zu bewältigen ist das Ziel der Aktiven der Mobbing  Beratung München. Denn Mobbing ist zu einem ernsthaften gesundheitlichen und wirtschaftlichen Problem in den Betrieben geworden. Die Zahl der betroffenen Menschen wird nach wissenschaftlichen Untersuchungen auf ca. 5,5 % der Beschäftigten geschätzt.

Erste Anlaufstelle ist das Mobbing Telefon München, das Otto Berg betreut. Er war ehemals Versicherungskaufmann und selbst betroffen. Seit 1993 nimmt er zweimal die Woche die Anrufe entgegen, berät und vermittelt die passende Unterstützung. Die Betroffenen haben hier die Möglichkeit ihre Probleme zu schildern. „Am wichtigsten“, so Berg, „ist es zuzuhören, denn am Arbeitsplatz und auch im Familien- und Bekanntenkreis wird Mobbing oft unterschätzt. Die Betroffenen fühlen sich nicht ernst genommen und ihnen wird unterschwellig die Schuld an der eigenen Misere zugeschrieben.“ Darum ist das offene Gespräch der erste Schritt zur Bewältigung. Dem dient auch der dreimal monatlich stattfindende „Treffpunkt Mobbing“.

Steigender Leistungsdruck, Konkurrenz, Stress oder die Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes führen vermehrt dazu, dass zwischenmenschliche Konflikte am Arbeitsplatz nicht mehr offen, sachlich und fair ausgetragen werden. Konflikte eskalieren, Schikanen und destruktive Angriffe häufen sich. Mobbing ist die Folge. Die Attacken reichen von Sticheleien über gezielte Boshaftigkeiten und üble Nachrede bis zu Intrigen und sozialer Ausgrenzung. Die Folgen sind für die Betroffenen und für den Betrieb verheerend. Psychische und körperliche Beschwerden, Erkrankungen und Arbeitsunfähigkeit sind typische Konsequenzen. Ein Mobbingfall kostet den Betrieb zwischen 15.000 und 50.000 Euro. Die Folgen fehlenden Engagements und innerer Kündigung sind dabei noch nicht mitgerechnet.

Für die Verantwortlichen in den Unternehmen, die Betriebs- und Personalräte und die Führungskräfte ist es entscheidend, entstehendes Mobbing frühzeitig zu erkennen und gezielt gegenzusteuern. Darum bietet die Mobbing Beratung München den Betrieben praxisnahe Unterstützung. „Wenn die Konflikte unter den Teppich gekehrt werden, schwellen sie weiter und vernichten Engagement und Motivation der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter,“ konstatiert Diplom-Psychologe Ludwig Gunkel. „Durch Vorträge, in Workshops und Projekten unterstützen wir Betriebe und Führungskräfte eine lösungsorientierte Konfliktkultur zu entwickeln. Diese ermöglicht Konflikte als Chance für notwendige Innovationen zu nutzen.“

Mobbing und eskalierende Konflikte konstruktiv zu lösen erfordert sehr viel psychologisches Einfühlungsvermögen und Geschick. „Viele Betriebs- und Personalräte ebenso wie Führungskräfte fühlen sich damit überfordert oder geben auf, wenn sich keine schnellen Erfolge einstellen.“ weiß Diplom-Psychologin Margarete Szpilok zu berichten, die in Fortbildungsseminaren wirkungsvolle Strategien im Umgang mit Mobbing und Konflikten trainiert. „Zuerst ist es wichtig, die Hintergründe zu erkennen, die aus oft kleinen Problemen schwerwiegende Störungen der Zusammenarbeit werden lassen. Dann kommt es darauf an, den passenden Hebel an der richtigen Stelle anzusetzen.“

„Der Arbeitgeber und die Führungskräfte sind auch rechtlich verpflichtet Mobbing schon in seiner Entstehung zu unterbinden,“ erläutert der Rechtsanwalt für Arbeitsrecht Wilfried Dormann.  Wenn Mobbing wissentlich zugelassen wird, ist dies eine Verletzung der Fürsorgepflicht des Arbeitgebers und kann in letzter Konsequenz zu Schadenersatzansprüchen führen. Häufig ist Mobbing nicht leicht zu erkennen, denn es „äußert sich vielfach nicht durch große Aktionen, sondern durch tausend kleine Nadelstiche“. Darum sind Führungskräfte gut beraten, frühzeitig professionelle Unterstützung in Anspruch zu nehmen.